casper

12.06.2010
Seit heute ist mein kleiner Schatz im Regenbogenland. Sein Körper konnte nicht mehr weiterkämpfen und ich musste ihn gehen lassen. Es ist mir unsagbar schwer gefallen. Mein kleiner Schatz Casper, ich danke Dir für wundervolle 4 Jahre. Ich habe so viele Erinnerungen an Dich und hätte Dich so gerne noch bei mir behalten. Schon als Du zu mir kamst habe ich geahnt dass Du der erste sein wirst von dem ich mich wieder verabschieden muss. Ich hätte mich so gern geirrt.

Leb wohl, ich hoffe dass es Dir dort wo Du jetzt bist gut geht. Ich werde Dich niemals vergessen.

 

 

Die Geschichte von Casper beginnt schon vor seinem neuen Zuhause bei mir so.....

 

Nachdem mein Mäuschen am 13.05.2006 ins Regenbogenland gegangen war, war meine Wohnung leer und still geworden. Etwas fehlte und ich fühlte mich nicht mehr wohl zuhause. Nach einer Weile begann ich im Internet auf den Homepages von Katzenvermittlungen zu surfen. Doch ich fand keine Samtpfote und so dachte ich, dass ich noch nicht bereit sei für neue Mitbewohner. Ich war mir nicht sicher ob ich jemals wieder einer oder zwei Katzen ein zuhause geben wollte oder ob ich lieber allein bleibe. Ich nahm mir aber vor, dass wenn es so sein soll, die Katze mein Herz berühren müsse! Und so surfte ich weiter im Internet aber ich fand kein Tier dass mein Herz berührte. Bis ich dann zufällig auf den Seiten von Twinkle Trust landete und das Foto von Casper sah. Und dies war der Vermittlungstext:
 
Casper ist nun wirklich ein gebeutelter kleiner Kater. Gerade mal 8 Monate alt, taub, beide Ohren wegen Hautkrebs entfernt, ein Auge wegen einer starken Verletzung entfernt und Casper ist der fröhlichste Kater den man sich vorstellen kann. Er schmust wie verrückt, fordert die Streicheleinheiten ein und schaut einen durchdringend mit seinem verbliebenen stahlblauen Auge an. Casper kann zu Kindern, Artgenossen und Hunden. Er ist kastriert. Ausschließlich Wohnungshaltung mit eingenetztem Balkon. Casper wartet sehnsüchtig auf seinen Platz im Bett. Leider wurde er FIV positiv getestet !
 
Da war es um mich geschehen. Ich fand diesen kleinen Kerl zauberhaft. Die fehlenden Ohren, das fehlende Auge, die Taubheit, ja sogar FIV war mit egal.
 
Ich schaute mir fast täglich sein Bild im Internet an und am 16. Juni 2006 rief ich bei Francis vonTwinkle Trust an (Francis + Mirjam kenne ich, da
wir vor Jahren Nachbarn waren und gegenseitig unsere Katzen gehütet haben. Francis war sehr überrascht nach so langer Zeit wieder von mir zu hören. Ich erzählte von Mäuschen und Dickerchen, natürlich auch von Otello und von meinem Wunsch wieder Samtpfoten – eben Casper - um mich haben zu wollen. 
Da ich durch meinen Job tagsüber nicht zuhause sein kann, sollte eine zweite Katze dazu. Francis empfahl Rosie, die amputierte Ohrenspitzen hat und ebenfalls FIV positiv ist.   
 
Da ich Ende Juni und Mitte Juli übers Wochenende verreisen wollte, sollten die neuen Samtpfoten danach einziehen. Francis und ich vereinbarten für den folgenden Dienstag einen Termin für ein Gespräch bei mir zuhause.
 
Aber es kam anders! Nach einer Weile rief Francis wieder an und meinte ob wir uns nicht früher treffen könnten und das Casper und auch Rosie früher aus der Pflegestelle raus sollten. Und so verabredeten wir noch für den gleichen Tag ein Treffen bei mir um 19:00 Uhr.
 
Es war ein gutes Gespräch und Mirjam meinte, dass sie sofort als Francis von meinem Anruf erzählte gewusst habe, dass Casper und ich zusammenpassen würden. Wir vereinbarten als Einzugstermin für Casper und Rosie den 24. Juni 2006. Rosie würde von ihrer Pflegestelle in Hamburg (Waltraud) gebracht und dann gemeinsam mit Casper zu mir kommen (damit keiner von beiden schon einen Heimvorteil hat und den Boss spielt).
 
Natürlich hatte ich schon nach dem Telefonat in den Yahoo-Groups 7KL, NKL und Trost die Nachricht gepostet, dass ich vorhabe 2 FIV-positiven Katzen ein zuhause zu geben. Die positiven Reaktionen darauf waren zu meiner großen Freude überwältigend, so dass ich alle Zweifel die sich vorher bei mir leise breit gemacht haben vergaß und mich nur noch freute.
 
Ich surfte nun im Internet nach Infos über FIV und bin auf die Seiten von Poose gestoßen und auf viele andere Berichte, die durchaus nicht alle negativ waren. Es gab Katzen die trotz FIV ein langes Leben hatten. Auch bekam ich von einigen Listies aus den Yahoo-Groups Informationen zugemailt. Je mehr desto besser!
 
Die folgenden Tage verbrachte ich damit, meine Wohnung entsprechend vorzubereiten. Ich ersteigerte bei Ebay einen funkelnagelneuen deckenhohen Kratzbaum, kaufte ein Katzennetz um den Balkon zu sichern, kaufte Katzenminze und ein wenig Spielzeug. Ansonsten räumte ich Möbel raus, die ich eh schon entsorgen wollte.
 
Am 23.06.2006, also einen Tag vor dem Einzug, besorgte ich dann noch Streu und Katzenfutter von dem mir Mirjam geschrieben hatte, dass Rosie dies bevorzugen würde. Leider hieß es von Casper dass er rohes Futter frisst – dafür hatte ich nichts besorgt in der Hoffnung, dass er doch auf Dosenfutter umschwenkt. An diesem Tag kam zu meinen großen Freude und Erleichterung der Kratzbaum an, den ich sofort im Wohnzimmer in der Ecke am Fenster aufbaute. Jetzt war soweit alles vorbereitet und die 2 konnten kommen.
 
In der Nacht konnte ich kaum schlafen, ich war so aufgeregt, dass ich schon um 5 Uhr wach war. Ich schalt mich eine ‚dumme Ziege’ und versuchte noch mal einzuschlafen, was mir gelang, aber um 10 vor 8 musste ich raus. Ich frühstückte und duschte, erledigte meine Wochenend-Einkäufe und machte jetzt noch den Rest für Casper und Rosie klar. Das Katzenklo wurde befüllt, eine Schüssel frisches Wasser aufgestellt, der Kratzbaum mit Minze eingerieben und das Spielzeug platziert. Dann wurde vorsichtshalber der Feliway-Stecker samt Füllung ‚aktiviert’. Dann hieß es warten auf das ‚Christkind’. Gegen 13 Uhr rechneten Francis und Mirjam mit Waltraud, samt Mutter und Rosie aus Hamburg. Danach sollte Casper abgeholt werden und dann auf zu mir.
 
Gegen 14 Uhr klingelte es bei mir ! Sie waren da, ich versuchte so ruhig wie möglich zu sein (gelang mir glaube ich nicht wirklich). Rosie und Casper zogen ein!
 
 
 
Hier eine Zusammenstellung der ersten Fotos:
Casper, ganz der Junge, schaute erstmal wie so eine Badheizung von unten aussieht! Dort blieb er eine Weile liegen und ließ sich nur schwer weglocken.
 
Waltraud und Mirjam übergaben dann noch etwas Spielzeug, das nahm Casper als Anlass seinen Platz unter der Heizung zu verlassen und mir um die Beine zu streichen. Bingo ! Der erste Schritt war getan!
 
Dann ließ ich die 2 in Ruhe und kümmerte mich um das Katzennetz, das nun am Balkon unter Mithilfe meiner Nachbarin Sabine (über mir) an deren Balkongeländer befestigt wurde. Puh, ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend sein kann. Während Deutschland gegen Schweden 2:0 gewann, bastelte ich am Netz herum, na ja, was tut man nicht alles für seine Samtpfoten. Nun konnte ich mir eine Pause gönnen und siehe da, Caspar inspizierte schon den gesicherten Balkon, machte aber keine Anstalten die korrekte Befestigung des Netzes zu prüfen und begnügte sich damit, den Balkonboden zu begutachten. Rosie hielt währenddessen ihren Schönheitsschlaf. Da es nun schon Abend geworden war, bot ich den 2 Schönen etwas Trofu an, dazu etwas Nafu – der Renner an diesem Abend war eindeutig das Trockenfutter. Was solls – wenn’s nicht ständig gegeben wird – Hauptsache sie fressen es und sie fraßen es !
 
Nachdem ich mich um mein Essen gekümmert hatte, sah ich fern und beobachtete Casper und Rosie. Die 2 gifteten sich an und gingen sich aus dem Weg – wobei eher Rosie die kleine Giftspritze war. Aber das wird schon werden. Hin und wieder kam sie ins Wohnzimmer um zu sehen was los ist und trabte dann wieder zu ihrem Lieblingsplatz. Casper eroberte sich das Wohnzimmer, das Spielzeug und den Kratzbaum. Casper entdeckte eine Catnip-Socke auf dem Baum, fauchte sie an und schubste sie runter .. und gut wars! Wie sich inzwischen herausgestellt hat, gehört die Socke Rosie!
 
 
Casper hat unter dem Schrank ein „vergessenes Spielzeug“ von Mäuschen und Dickerchen gefunden: Einen Korken.. und mit dem kann man prima spielen!
 
Die Nacht war ruhig, keine Keilerei zwischen den Beiden. Rosie kam sofort zu mir ins Bett und legte sich ans Fußende. Irgendwann in der Nacht kam auch Casper und kletterte unter meine Decke und machte es sich dort gemütlich.
 
25.06.2006
Heute musste ich die beiden allein lassen - schluchz. Nachdem das Kaklo saubergemacht (Casper hatte sein Häufchen gemacht) worden war, das Futter verteilt, fuhr ich gegen Mittag los. Als ich zurückkam, waren beide friedlich – hin und wieder knurrte und fauchte man sich an, aber es war harmlos. Am Nachmittag legte ich mich hin, da es mir nicht gut ging – natürlich lag ich nicht lang allein! Rosie an meiner linken Wade und Casper rechts in meinem Arm! Wir verschliefen den Nachmittag. Wenn Rosie Casper sah fauchte und knurrte sie etwas, aber Schönheitsschlaf geht vor!
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir ruhig und keiner von uns fürchtete sich vor dem heftigen Gewitter das über 'uns' wütete.
 
Casper auf Beobachtungsposten!
 
 
 
 
 
 
Das war der Beginn einer großen Leidenschaft, die nun seit fast 1 1/2 Jahren anhält. Mein Bärchen, hat übrigens diesen Namen, weil er aussieht wie ein Eisbär, findet ihr nicht auch ? Ich habe es keine Minute bereut ihm bei mir ein Zuhause gegeben zu haben!
 
 
Da seine Geschichte ja seit seinem Einzug eng mit der von Rosie und seit April 2007 auch mit Guy verbunden ist, werde ich weiter auf einer neuen Seite 'News von meinen Twinklepfoetchen' berichten.